10 Juni - Auf nach Sassi Rossi

Unsere Koffer sind gepackt. Wir gehen Frühstücken. Ich freue mich zwar darauf Michele zu sehen, aber ich vermisse das Agriturismo Orgialia bereits jetzt schon. 

Während Michael das Auto packt. Rechne ich mit Umberta ab, lasse mir noch die aus irem Olivenöl produzierten Kosmetikprodukte zeigen, kaufe Olivenöl, Seifen, Shampoo, Gesichtscremen und Lotions. Umberta drückt Michael noch eine Flasche einfachen aber guten Chianti in die Hand, mich umarmt sie, beschenkt mich mit noch mehr Seifen und frisch gepflücktem Lorbeer. 

Auch sie ist mit einer Kräuterkundigen Nonne aus einem Kloster nähe Volterra mal auf die Kräuterpirsch und meinte sie hätte leider vieles vergessen. Ich soll doch mit einigen Freunden wiederkommen und hier einen Kräuterkurs machen - coole Idee. Aber auch typisch Umberta, immer geschäftstüchtig, sie weiss wie man subtil Zusatzverkäufe macht. 

Sie fragt, ob ich noch etwas ins Gästebuch schreiben will und auch Annamaria einen Gruss hinterlassen werde. Das mache ich doch gerne.

Ich hab sie lieb gewonnen, diese Familie und diesen Ort. Hier möchte ich meinen 60sten Geburtstag feiern, das ist aber noch eine Weile hin... und hoffe daher bald wieder herkommen zu können.

Dann fahren wir ein letztes Mal die holprige Strasse zurück auf die Hauptstrasse und gegen Süden, Rom entgegen. Schon kurz vor Rom sind sie endlich da, die richtigen Pinienalleen. Die Natur ist hier einfach nochmals etwas anders.

Wir entscheiden uns die Autostrada am Meer zu nehmen. Ab und zu erhaschen wir das blaue, glitzernde Meer. Ach tut das gut. Wir gehen beim Flughafen richtung Ostia ab. In Ostia ist viel los. Alles will ans Meer. Dort reihen sich auch schon viele Sonnenschirme an Sonnenschirme. Wir wollten hier eigentlich bei unserer üblichen  Strandbar ein Eis essen, aber es hat keinen Parkplatz.  Wir fahren weiter der Küstenstrasse nach richtung Ardea. Hier ist es am Strand bedeutend ruhiger, die Römer haben ihre Sommerferienwohnungen an den Stränden noch nicht in Betrieb genommen. 

Viele Erinnerungen an vergangene Ferien kommen mir auf. Hier wurde in unser Auto eingebrochen, hier haben wir Fritti die Mare gegessen, hier haben wir verzweifelt nach dem kleinen Michi am Strand gesucht, hier haben wir mit dem Vater Strandgut gesammelt, Sandburgen gebaut und viele Sonnenstunden genossen. 

Dann geht es Richtung Casalazzara hinauf. Einige Strassen wurden kürzlich renoviert und es hat viele neue Kreisel. Die Wasserquelle in Adrea ist geschlossen und der Hang mit den Höhlen wurde gesichert. Auch einige neue Häuser hat es an der Strasse. Bald sehen wir die markanten Steine am Rand und wissen, dass es bei der nächsten Kurve nach Sassi Rossi geht. 

Hier hat sich nicht viel getan - alles wirkt jedoch entweder etwas schäbiger, oder wurde kürzlich renoviert. Michael und ich sind uns nicht einig was die kleine Brücke anbelangt. Er findet sie ist immer noch schäbig und ich finde, sie sieht viel vertrauenswürdiger und breiter aus als früher. Ob es wirklich nur daran liegt, dass nun die Abfallcontainer verschwunden sind??  Wir sind uns einig, dass wir uneinig über diesen Punkt sind.

Dann sind wir beim Tor. War dies schon immer hellblau? Es benötigt jedoch dringend einen neuen Anstrich. Wir läuten und sind unsicher, ob Michle schon zurück ist. Er musste noch wegen eines Notfalls nach Rom. Aber er ist auch gerade zurückgekommen und das Tor geht typisch ächzend auf. 

Sassi Rossi ist noch immer gleich, und doch etwas anders als ich es in Erinnerung habe. Die Glyzinien und die Bougainvilea an dem Haus fehlen. Der Platz wirkt zwar aufgeräumt, aber insgesammt etwas steril. Noch mehr fiel mir das auf, als ich später nach Kräutern ausschau halte. Es hat keine - früher gab es hier auch einen riesigen Rosmarinstrauch, wilder Ruccola und überhaupt viel mehr grün.

Natürlich für Michele ist es so wie es jetzt ist besser zu bewirtschaften. aber mir fehlt das typisch Winklerisch wilde von früher.

Michele wirkt jedoch mit seinen 83 Jahren wie eh und je - etwas kleiner und schmaler. Aber man merkt er freut sich. Wir beziehen das Grotto, das durch die Feuchtigkeit leider etwas in Leidenschaft gezogen wurde und einen Anstrich brauchen könnte, aber es ist doch noch so, wie wir es kennen, ein eigenständiges kleines einzimmer Haus mit kleiner Küche und Bad mit Dusche. 

Wir richten uns ein und fahren dann mit Michele nach Aprillia zu einem Biergarten Restaurant. Leider ist das Essen dort nicht ganz so toll. Ok, die Antipastiplatte war riesig und voll in Ordnung. Michael ist mit seinen Trippa (Kutteln) auch voll zufrieden, ich und Michele jedoch stochern etwas lustlos im Essen herum. Der Service ist nicht grade unfreundlich aber auch nicht sehr aufmerksam. Zur Abwechslung trinken wir jedoch mal Bier und das schmeckt ganz gut.

Danach fahren wir zurück und trinken bei MIchele noch einen Absacker.

























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